100 % nachhaltig produzierter Fisch aus der Schweiz – ja, es ist möglich!

Für Niklaus Jenni gehört das Fischen seit Jugendjahren zu seiner grossen Passion. Bereits als kleiner Junge begleitete er seinen Vater zu den Feuerweihern um die dort gehaltenen Karpfen zu pflegen und zu füttern.
 
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Im Jahr 2015 übernahmen wir, Niklaus und Vanessa, den Familienbetrieb mit Ackerbau, einigen Pferdepensionsplätzen, einer Schweinezucht und -mast sowie einem kleinen Gastrobetrieb im alten Spycher. Trotz der Vielseitigkeit des Betriebes liess Niklaus die Idee einer Fischmast-Anlage auf dem Hof nicht los. Sein Ziel war es, die betriebseigene Quelle, sowie eigenes Futter verwenden zu können. Mit der Unterstützung von Heinz Buri, Fischwirtschaftsmeister und Inhaber der Fischzucht Moossee GmbH, konnte Niklaus im Sommer 2015 mit viel Eigeninitiative eine Occasions-Kreislaufanlage im alten Kuhstall einbauen und im Herbst 2015 in Betrieb nehmen. Um sich auch entsprechend weiterzubilden, abolviert Niklaus momentan, mit der Fischzucht Moossee als Lehrbetrieb, die Ausbildung zum Fischwirten in Starnberg, DE.

 
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Anlage in Bau

 

Seit inbetriebnahme werden Schweizer Karpfen aus eigener Zucht gemästet und direkt an Heinz Buri verkauft welcher diese schlachtet, veredelt und an Gastronomen und auf Märkten im Raum Bern weitervermarktet. Bei der Anlage handelt es sich um eine geschlossene Kreislaufanlage mit einem Bio-Filter welcher ermöglicht 99.9 % des Wassers wiederzuverwenden. Die herausgefilterten Abfälle (Futterreste und Fischkot) werden als Festbestandteile in das Gülleloch gegeben und gelangen somit als Dünger auf unsere Felder. Wir betreiben drei Becken à 12 m3 in welchen rund 3,5 Tonnen Karpfen pro Jahr produziert werden.

Der Karpfen ist ein Friedfisch und kann sich zu 100 % vegetarisch ernähren. Jäger, wie z.B. Forellen oder Egli, müssen im Gegensatz dazu immer ein Fischfutter mit tierischen Eiweissen zugefüttert erhalten. Solche beinhalten oftmals Fischmehl aus bedenklichen Quellen (Beifang aus der Meeresfischerei etc.). Wir füttern unseren Karpfen lediglich betriebseigenen Weizen, altes Brot und ein zugekauftes Mineralfutter um den Nährstoffbedarf decken zu können. Ein weiterer Vorteil des Karpfens ist zudem seine Robustheit: Medikamentöse Behandlungen oder gar prophylaktische Antibiotikaeinsätze sind für uns unbekannt.

In der Schweiz ist das Konsumieren von Karpfen eher unbekannt – gilt er doch, als «dreckiger» in seichten Teichen hausender Fisch. Bedenkt man aber, dass unsere Karpfen in sauberem Wasser gehalten werden und nach rund sieben Monaten Mastphase mit einem Gewicht von ca. 250 Gramm geschlachtet werden, hat dies nichts mit einem fettigen, vergräteten Weihnachtskarpfen zu tun, den man sich evtl. vorstellt. Die Abnehmer, Gault millau Spitzenköche aus dem Raum Bern, beschreiben das Fleisch als zart und schmackhaft. Die Nachhaltigkeit der Karpfenproduktion und die bedenkenlose Konsumation von Karpfen unterstreicht insbesondere auch der WWF in seinem Fischratgeber. Dort erhält der Karpfen, zusammen mit dem Wels, «grünes Licht» zur Konsumation und wird als «empfehlenswert» deklariert. Des Weiteren unterstützen wir durch die Zucht von Schweizer Karpfenarten unsere hiesige Biodiversität, ohne das Risiko einzugehen Krankheiten o.ä. zu importieren.

Unsere Konsumentinnen und Konsumenten erhalten mit unseren Karpfen somit einen im Vergleich preisgünstigen, qualitiv einwandfreien und vor allem in der Schweiz nachhaltig produzierten Fisch.
 
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Niklaus und Vanessa Jenni

Jan Ramseyer

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